Helfenberger Historie
Dieses ist ein Auszug aus dem Heimatbuch "Ilsfeld in Geschichte und Gegenwart"
zu beziehen über die Gemeinde Ilsfeld.
Aus der Geschichte von Helfenberg
Beim Gemeindezusammenschluß 1974 brachte die Gemeinde Auenstein die historische Ruine Helfenberg in die neue Gemeinde Ilsfeld ein. Bis dahin hatte Ilsfeld im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden weder eine Burg noch ein Schloss auf seiner Markung. Dieser Mangel ist nun geheilt.
Helfenberg und seine Ruine haben - weit mehr als z.B. Schloss Wildeck - eine außerordentlich geschichtsträchtige Vergangenheit. Nachfolgend soll versucht werden, das Wichtigste zu schildern und zusammenzufassen:
Das in der Stauferzeit erbaute Schloss Helfenberg war einst eine große Wohnburg mit Wohnturm und Schildmauer. An die Schildmauer lehnte sich der baulich aufwendig gestaltete Wohnturm mit 3 Geschossen an. Erwähnenswert sind die Kamine, frühgotische Fenster und Türen, Schießscharten, Lichtschlitze und eine in die Mauer eingelassene Wendeltreppe. Die Burg ist aus Steinquadern (Buckelquadern) erbaut, die vielfach mit Steinmetzzeichen versehen sind. Immer wieder tauchen andere Rittergeschlechter als Besitzer auf.
1259 wird in einer Urkunde des Klosters Lichtenthai der Name Albertus de Helfenberg erwähnt. Er soll Marschall des Markgrafen Rudolf von Baden gewesen sein. Das Wappen der Helfenberger zeigt zwei abgewendete silberne Barten (Streitäxte) auf schwarzem Grund.
1293 erscheint ein Hartmann, genannt Bruche de Helfenberg. Er schenkte der Kirche Affaltrach einen Hof samt Kelter, Weinbergen und Gülten, sowie den Zehnten zu Affaltrach und Eschenau (die Kirche in Affaltrach gehörte damals dem Johanniterorden, Komturei Schwäbisch Hall).
1310 verkaufte Ritter Albrecht von Helfenberg und Conrad von Gosheim (Gochsen) an das Kloster Schönthai ein Gut zu Siglingen.
1340 empfängt Wilhelm von Wunnenstein den Zehent (ein Viertel) zu Ostheim (Auenstein) und zu Helfenberg, Wein und Korn und den kleinen Zehnten.
1344 muss die Herrschaft Helfenberg ihren Anteil am Forst in Talheim an die Neipperger abgeben.
1354 saß noch ein Edelknecht Hans von Helfenberg im „Dorf Lauffen". Er verkaufte seinen Anteil am Weinzehnten zu Lauffen an die Stadt Lauffen. Danach scheint das Rittergeschlecht der Helfenberger ausgestorben zu sein. Nachfolger werden je zur Hälfte die Herren von Sachsenheim und die Sturmfeder. Da das Wappen der Sturmfeder große Ähnlichkeit mit dem Wappen der Helfenberger hat (goldene Barten auf blauem Grund), nimmt man an, dass Stammverwandtschaft bestand. Es wird sogar vermutet, dass Helfenberg der ursprüngliche Stammsitz auch derer von Sturmfeder gewesen sei, die ab
1356 auf Stettenfels saßen. Diese Vermutung wird bekräftigt, weil Helfenberg am frühesten genannt wird, und weil die Sturmfederlinie von Oppenweiler bereits um 1300 größere Besitzungen in der Schozachgegend hatte.
1339-1370 saß ein Werner von Sturmfeder zu Helfenberg, verheiratet mit Elisabeth von Kirchberg. Er verkaufte Güter in Auenstein an das Kloster Schönthai. Um
1400 übernahm Heinrich von Hohenrieth (Heinriet) die bisher den Rittern von Sachsenheim gehörende Hälfte an Helfenberg, die andere Hälfte gehörte Hans von Sturmfeder. Er verkaufte
1400 einen Teil seiner Zehntrechte zu Wüstenhausen an den Kaplan der Kapelle zu Wüstenhausen. Konrad von Hohenrieth verkaufte laut einer Urkunde vom 19. 4.
1456 das „Schloss Helfenberg mit Gütern und Leuten, den Burgstall Alt Helfenberg hinter dem Schloss, Güter und Leute in Helfenberg und ein Holz (Wald) sowie Güter und Zehnten in Abstatt, Zehnt, Gült und Güter sowie Leute in Ostheim (Auenstein), in Ilsfeld und Beilstein sowie ein Lehen mit Wald zu Sölbach, Gülten in Oberstenfeld und Ezlinswenden mit dem Wald Farnersberg, den Abstatter Hof (vermutlich Abstetterhof) und Leibeigen in 13 näheren und entfernteren Orten um 3200 fl an Württemberg". In den ältesten Zeiten muss auf der östlichen Spitze des Schlossbergs eine Burg mit einem hohen Turm (der „öde Turm") bestanden haben. Diesen Turm ließ später Werner von Nothaft abbrechen. Bereits
1457 belehnte Württemberg mit dem

Helfenberg in der Kieser´schen Forstkarte von 1685 (Vorlage und Aufnahme: Hauptstaatsarchiv Stuttgart)

Helfenberg 1989
Schloss und dem dazu gehörenden Gut Dieter von Weiler, der es 1464 als Unteriehen an Hans von Talheim weitergab. 1460 fiel in der Schlacht zwischen Helfenberg und Wüstenhausen der Ritter Kasper von Heinrieth. Und 1462 fällt der letzte Spross der Heinrieter in der Schlacht bei Uffenheim. Ihre Burg Hohenriet (Heinriet) wurde 1528 vom Schwäb. Bund zerstört.1482 verkauften die Ritter von Talheim ihr Lehen an Werner Nothaft. Diese Nothaft saßen zu Hochberg a. N.

Alte Ansicht von Helfenberg in einem Forstlagebuch des 17. Jahrhunderts
1521 verkauft Daniel Nothaft das Schloss Helfenberg teilweise an den Ritter Wolf Ruch von Winnenden. Dieser Ritter war der Legende nach ein harter Mann. Er soll die Steine von den Weinbergmauern weggenommen und davon die Burg gebaut haben. Später soll er beim Kaiser verklagt und zum Tode verurteilt worden sein, habe aber fliehen können und sei wieder auf Helfenberg erschienen. Beim Blutbad von Weinsberg im Bauernkrieg 1525 wurde dieser Wolf von Helfenberg von den Bauern erstochen, ebenso Graf von Helfenstein (Stammburg bei Geislingen) und 10 weitere Ritter. Wie und warum 1527 Conrad von Wittstadt, gen. Hagenbach, Helfenberg erworben hat, ist nicht näher bekannt. Das Wappen derer von Wittstadt wurde über dem Eingang zur Burg angebracht. 1579 baute Philipp von Wittstadt Schloss Helfenberg um und erweiterte es. Er besaß verschiedene Güter in Helfenberg und Umgebung. Mehrmals versuchte er, das Schloss Helfenberg auf seine Tochter oder deren Schwiegersohn, Hans von Buchholz, umschreiben zu lassen. Der württ. Lehenhof verweigerte aber die Einwilligung. Das war der Grund, warum dann Hans von Buchholz unten im Weiler Finkenbach ein eigenes Schloss erbauen ließ. Vermutlich änderte sich dabei der Name Finkenbach in Helfenberg (Unterhelfenberg). Es existierten somit 1625 zwei ritterschaftliche Güter:
1. Philipp Christoph von Hoheneck zu Helfenberg (Oberhelfenberg). Er war der Schwiegersohn des Philipp von Wittstadt.
2. Johann Christoph von Buchholz zu Unterhelfenberg. Bald darauf taucht ein neuer Name auf, der auch in den Pfarrbüchern von Auenstein und Ilsfeld sowie in verschiedenen Heimatbüchern mehrmals erwähnt wird: „Obrist Peter von Pflummern (Pflaumer), wirthemb. Rat und Oberkommandant, auch Oberamtmann in Weinsberg, Möckmühl, Bottwar und Beilstein". Dieter Peter von Pflummern war 1648 bei den Westfälischen Friedensverhandlungen der Bevollmächtigte der Ritterschaft. Er muss klug verhandelt haben, denn um dieser „seiner treuen Dienste willen" wurde er 1652 von Herzog Eberhard nicht nur zum Obristen ernannt, sondern auch noch mit dem Anteil der Hoheneck an Oberhelfenberg samt dessen Vorhof (Amalienhof) belehnt. Außerdem erhielt er auch das Schlösschen Wildeck zu Lehen. An diesen Peter von Pflummern verkauft J. Chr. Buchholz 1648 sein Gut in Unterhelfenberg. Doch wie sah das Schloss aus? Während es im Bauernkrieg (1525) verschont blieb, wurde es in der 2. Hälfte des 30jährigen Krieges sehr zerstört, war es „ganz in Abgang gekommen". Näheres hierüber ist allerdings nicht bekannt, vermutlich geschah dies nach der Schlacht bei Nördlingen durch die kaiserlichen Truppen. Während vor dem Krieg das Schloss 40 Untertanen hatte, waren es jetzt nur noch 2, die zudem „von ihrer Obrigkeit ganz verlassen" worden waren. In den Kirchenbüchern von Auenstein und Ilsfeld werden immer wieder Soldaten erwähnt, die im Dienste des Obristen von Pflummern standen. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts konnte man sein Wappen an der Innenseite der Burgwände sehen. Pflummern baute das Schloss Oberhelfenberg wieder auf, dazu eine Schlosskapelle. Er hatte das Recht, einen eigenen Kaplan zu unterhalten. Während bisher die Vererbung des Lehens auf Töchter immer wieder abgelehnt worden war, wurde nun gestattet, dass Elisabeth, die Tochter Peters von Pflummern, Helfenberg als „Kunkellehen" (weibi. Lehensfolge) erhielt. Sie verheiratete sich mit Claus Jakob Böcklin von Böcklinsau. Dieser Ritter entstammte einer elsässischen Ritterfamilie, die auch in Kirchheim (Neckar) begütert war. Zur „Türkenhilf" hatte 1664 das Gut Helfenberg zusammen mit dem Rittergut Hohenstein „ein Mann mit Pique und Seitengewehr" zu stellen, außerdem zusammen mit dem Gut Kleinbottwar „ein Mann mit Muskete, Pulverhorn und Patronentasche". Dem Herzogtum Württemberg gegenüber war der jeweilige Lehensmann von Helfenberg zum Kriegsdienst mit zwei Pferden verpflichtet. C. J. Böcklin von Böcklinsau starb 1681 als Obristleutnant auf Oberhelfenberg. Seine Tochter Maria Dorothea vermählte sich 1672 mit Wolf Ernst Homeck von Homberg. Ein Vorfahr der Familie war 1250 Komtur beim Deutschorden auf Schloss Homeck bei Gundelsheim. Dort war von 1438-1525 der Sitz des Deutschmeisters. Die in Schozach begüterte Familie von Sturmfeder führte bis vor wenigen Jahren den Familiennamen „Graf von Bentzel-Sturmfeder-Horneck", war also auch mit dieser Ritterfamilie von Horneck verwandt. Als 1702 die einzige Enkelin des Peter von Pflummern Helfenberg als württ. Lehen empfing, lautete die Beschreibung folgendermaßen: Das Schloss Oberhelfenberg samt dem Vorhof soweit es mit Mauern und Thoren gefasst ist, anstatt 1/4 am alten Schloss, weil es abgebrochen und daraus ein Weingarten gemacht worden ist, 1/4 dieses Weingartens, ferner 13 Morgen Weingarten, 28 Morgen Acker, l Morgen Wiese, l Garten am Schloss, 16 Morgen Holz (Wald), hinter dem Schloss zum Teil in Acker verwandelt.
2. Eine Kelter zu Unterhelfenberg, und die Vogtei über die ehemals Buchholzischen Unterthanen.
3. 3/16 am Großen Zehnten zu Auenstein, 1/4 am Weinzehnten (von den Weinbergen), die in Beilstein in das senstische Lehen fallen - die Gült genannt, das Funkenlehen oder Finkhlenslehen (? Finkenbach).
4. 1/4 am Fruchtzehnten von 12 Morgen in Unterhelfenberg und Zinse und Gülten, die Vogtei in Unterhelfenberg und Frevel und Buße, wie solche ehedessen die von Hoheneck und Buchholz und Wirtenberg selbst gehabt, zum Amt Beilstein gehörig.
5. Allerlei Gülten auf dem Pflaumerischen eigentürnlichen Hof Seelbach (Söhlbach). Bis 1740 besaß Wilhelm Friedrich Horneck von Hornberg Schloss und Gut Ober- und Unterhelfenberg. Er war württ. Obrist, löste jedoch seine

Burgruine Helfenberg
Dienstpflicht um 100 Gulden ab. Von seinen drei Töchtern heiratete die erste den Ritter Göler von Ravensburg (die Ehe blieb kinderlos), die zweite den kurpfälzischen Kammerherrn Phil. Franz von Dachröden. Die dritte Tochter Marie Charlotte verheiratete sich 1746 mit Freiherr Benjamin Friedrich von Gaisberg (Schnaiter Linie). Dessen Sohn Karl Chr. Benjamin Fr. von Gaisberg (1748-1813, Königl. Kammerherr und Major der Kavallerie, begraben in Auenstein) erwarb von der Familie von Bouwinghausen nun auch den anderen Teil am Rittergut Helfenberg. Damit befand sich das gesamte Gut Helfenberg, das ursprünglich aus einem reichsunmittelbaren Gut, aus württ. Lehen und aus Privatbesitz (Allod) bestand, endgültig in der Hand der Familie von Gaisberg. 1765 erwarb die Familie von Gaisberg von Ehrenfried Eduard von Stein noch „ein besonderes Gut zu Helfenberg", das als Fideicommiß erklärt wurde. Die Familie von Gaisberg stammt aus dem Remstal. Der erste Stammsitz war vermutlich die Gaißburg bei Hohenacker. Der älteste bekannte „Gaisberger" war ca. 1320 Schultheiß von Kirchberg (Murr). Ein Fritz von Gaisberg war 1358 Chorherr in Backnang, seine Mutter Haila Suomin stammte aus Botwar (Großbottwar) und war dort begütert. Das Wappen der Familie von Gaisberg ist ein gebogenes schwarzes Hörn auf goldenem Grund. Es wurde 1499 in einem Wappenbrief von Kaiser Maximilian bestätigt. Der Wappenspruch lautet: „Cave capri cornua" (Hüte Dich vor dem Hörn des Steinbocks!). Der Schorndorfer Vogt Klaus von Gaisberg (1480-1503) gilt als Stammvater aller heute noch lebenden Familien von Gaisberg. Sein Sohn Georg von Gaisberg, ebenfalls Vogt zu Schorndorf und bekannt als der „Fürsprecher des Armen Konrad", wurde zum Stammvater der Linie, die in Schnait, Schaubeck, Hohenstein und Waidenstein saß und bis heute auf Helfenberg und Großheppach. Sie nennen sich „Freiherren von Gaisberg-Helfenberg". Von etwa 1600 an sind fast alle von Gaisberg evangelisch. Ein Christoph von Gaisberg wurde 1660 mit dem Schloss in Schöckingen belehnt und gründete die ebenfalls bis heute bestehende Linie von Gaisberg-Schöckingen. Bis 1806 gehörte Helfenberg zum Ritterkanton Kocher. Als die von Gaisberg 1746 Helfenberg erwarben, muss das einstige Schloss Oberhelfenberg teilweise eine Ruine gewesen sein. Sie diente den Helfenbergern und den Einwohnern in der Umgegend als Steinbruch (In Wüstenhausen soll ein Haus fast ganz aus den Helfenberger Steinen erbaut worden sein). 1817 wurde auch die Burgkapelle abgebrochen. Insgesamt hatte die Familie von Gaisberg bis 1849 folgende Rechte an die Auensteiner und Helfenberger Bürger: 74 am Großen Fruchtzehnten (74 standen der Stiftungspflege Heilbronn zu), 74 am Kleinen Zehnten, 72 am Vogtzehnten, Y& vom Weinzehnten der alten Weinberge % von den neu angelegten Weinbergen (Novalzehnten), ferner 72 am Bodenwein, den Heuzehnten (er war jedoch von der Gemeinde Auenstein abgelöst worden, die dafür die Farrenhaltung übernahm). Dabei bildeten die Helfenberger Weinberge und Ländereien, welche zu der ehemaligen, nun aufgehobenen Markung Helfenberg gehörten, mit diesen einen Lehensverband. Heute noch gibt es daher den Flurnamen Lehensweinberge. Noch 1847 mussten die Auensteiner einschließlich Helfenberg 1338 fl Fruchtzehnten umlegen. Die Zehntrechte wurden dann in einem Vertrag vom Dezember 1850 abgelöst. Die Gaisberg'sche Herrschaft erhielt hierfür insgesamt 6900 fl, zahlbar in 25 Jahresraten. 1853 wurde das Erblehen, bisher der Gaisberg'schen Herrschaft gültbar, abgelöst. Die Bezahlung der Ablösungsraten war jedoch nicht immer einfach. Als 1855 die Gemeinde Auenstein an das Freiherr von Gaisberg'sche Rentamt in Beilstein eine Ablösungsrate von 600 fl bezahlen sollte, musste sie ein Darlehen aufnehmen, weil ein großer Teil der Bürger, auf die diese Rate wieder umgelegt wurde, im Gant (Konkurs) war. Nach Ablösung der Zehentlasten war das Verhältnis zur Gutsverwaltung nicht mehr so gespannt. 1854 stiftete Freiherr Oberstleutnant von Gaisberg für die Helfenberger Schule eine kleine Turmglocke. 1875 wurden für 750 fl die Grundstücke der Gutsverwaltung Helfenberg vom Schafweiderecht befreit. 1883 wurde die Kelter, die auf die früher zehntpflichtigen Bürger übergegangen war, aber inmitten

Alter Dorfbrunnen in Helfenberg
der herrschaftlichen Grundstücke lag, gegen die frühere Zehentscheuer ausgetauscht. Als 1876 die Stadt Beilstein den Antrag stellte, die Straße nach Unterheinriet über Helfenberg auszubauen, lehnte dies der Gemeinderat Auenstein ab, da diese Straße für Auenstein mehr Schaden als Nutzen bringen würde. 1877 wurde in Helfenberg ein neuer Feuerweiher angelegt. Um die Jahrhundertwende besaßen die von Gaisberg 216 Morgen Land. Seit dem Erwerb des Rittergutes Helfenberg lebten sie im Schloss. Die Söhne des Majors Carl Christian Benjamin Frhr. von Gaisberg, Karl Franz (1781-1839, begr. in Auenstein) und Ludwig (1794-1862 begr. in Stuttgart) erbten den Grundbesitz. Die Nachkommen von Ludwig widmeten sich den militärischen Laufbahnen und erwarben durch Heirat (1918) das Schloss Groß-Heppach, während die Nachkommen von Karl Franz der Forst- und Landwirtschaft treublieben. Sie hatten ihren Wohnsitz immer auf Helfenberg. Ein Enkel, Hans Ulrich Frhr. von Gaisberg war Kammerherr und Hofkammerrat, und außerdem Ritterschaftlicher Abgeordneter für den Neckarkreis. Im Jahr 1890 verheiratete er sich mit Marie, geb. Freiin von Gemmingen-Guttenberg, einer Enkelin des Verlegers Cotta. Er verstarb am 8. 4. 1906 und ist in Beilstein begraben. Grabrede und Nachrufe sind erhalten. Nach seinem Tode verwaltete seine Witwe einige Jahrzehnte lang das Gut Helfenberg. Bei der jeweiligen Weinlese hat sie viele Jahre aktiv mitgewirkt. Bis heute kursiert ihr Spruch „Die Bären (Beeren) geben den

Das Helfenberger Schloss in der Dorfmitte
(Aufnahme aus den Dreißiger Jahren).
Das Schloss wurde im April 1945 durch den Jabo-Angriff zerstört.
An dieser Stelle steht heute das Gemeindehaus
Wein" (auch die auf den Boden gefallenen). Sie ist manchen Helfenbergern und Auensteinern noch in guter Erinnerung. Tragisch war der Untergang des unteren Schlosses bei Kriegsende 1945. Als die deutschen Truppen den Vormarsch der Amerikaner in unserer Gegend aufhalten wollten, wurde Helfenberg durch feindliche Fliegerangriffe und Artilleriebeschuß im April 1945 schwer zerstört. Kurz zuvor hatte sich noch der ehemalige Kreisleiter Drauz von Heilbronn, der in unguter Erinnerung ist, in diesem Schloss eingenistet. Baronin Marie von Gaisberg saß in ihrem Hausweinberg und musste zusehen, wie ihre Wirkungsstätte (Schloss und Hofgut) in den Flammen unterging. Das Schloss brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Freifrau Marie von Gaisberg geb. 1867, gest. 1950

Der Radfahrer-Verein Helfenberg im Jahre 1925
Die damals 78jährige Baronin hat dieses Unglück nur schwer verkraftet. Längere Zeit fand sie im stehengebliebenen Gartenhaus Unterkunft. Später wurde sie von den Familien Karl Häußermann und Richard Brixner aufgenommen, bis sie von ihrem Sohn nach Bissingen geholt wurde. Dort starb sie 1950 und wurde dann, wie die früheren Mitglieder der Familie von Gaisberg, in Beilstein begraben. Erbe wurde der Sohn, Dipl. Ing. Ulrich Frhr. von Gaisberg. Er zahlte die Miterben aus. Heutiger Eigentümer ist dessen Sohn, Priv. Doz. Dr. med. Ulrich Frhr. von Gaisberg. Seine Schwester Sybille v. G. wohnt in Beilstein. Im April 1966 erwarb die Gemeinde Auenstein das zerstörte Anwesen. Der frühere Schlosspark wurde nun Wohngebiet. Auf dem Keller des ehemaligen Schlosses wurde die Gemeindehalle für Helfenberg erstellt. Die Familie von Gaisberg besitzt heute noch umfangreiche Ländereien in Helfenberg und insbesondere die Ruine Helfenberg und das Gelände um die Ruine Helfenberg, die von der Gemeinde standgesetzt. Davon bezahlte das Landesamt für Denkmalpflege rd. DM 160000,-, die Gemeinde Auenstein und der Landkreis je DM 18300,-, den Rest die Familie von Gaisberg.
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Fotografien:
Gerhard Trumpf, Martin Kühlbrey und Herbert Diener
Zeichnungen:
Herbert Diener
Buch Zusammenstellung:
Eugen Härle, Herbert Diener, Martin Kühlbrey und Joachim Kübler.
Gemeind Ilsfeld
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ilsfeld